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Kamen die Hebräer mit Schiffen
in die
Neue Welt.... |
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...und sind sie die Vorfahren
der
Indianer? |
Laut dem Buch Mormon, stammt die vorkolumbianische
Bevölkerung von den Einwanderern aus der Alten Welt, so wie sie
im Buch beschrieben sind. Dies würde bedeuten, dass die Übersiedler
die Vorväter der uns heute bekannten Völker der Neuen Welt
sind. Dazu gehören die Azteken, Tolteken, Olmeken, Mixteken, Maya,
Indianer, usw...
Wir lesen im Vorspann zum Buch Mormon:
Die Angehörigen der anderen waren viel früher
angekommen, und zwar nachdem der Herr beim Turmbau zu Babel die Sprachen
verwirrt hatte; diese Gruppe ist als Jarediten bekannt. Nach tausenden
von Jahren wurden alle vernichtet, ausgenommen die Lamaniten, und diese
sind im wesentlichen die Vorfahren der Indianer." 1
Nachtrag: Im Jahre 2007 ließ die Mormonenführung, aufgrund drückender wissenschaftlicher Beweise, den letzten Satz in der neuen
Ausgabe des Buches Mormon wie folgt ändern:
„Nach Tausenden von Jahren wurden alle vernichtet, bis auf die Lamaniten, und sie befinden sich unter den Vorfahren der amerikanischen
Indianer.“ (Salt Lake Tribune, 08.11.2007)
Joseph Smith bemerkte:
Das Buch Mormon ist ein Bericht von den Vorvätern
unserer westlichen Indianerstämme.... Daraus erfahren wir, dass
unsere Indianer die Abkömmlinge jenes Josefs sind, der nach Ägypten
verkauft wurde....." 2
Dass die Indianer rein semitischer Herkunft sind, war zumindest Bestandteil des
Glaubens bis in das letzte Jahrhundert hinein. Durch die bahnbrechenden archäologischen
Errungenschaften unserer Zeit, räumen so manche Kirchengelehrte auch noch zusätzliche
Möglichkeiten ein:
Somit waren die Indianer jüdischer Nationalität, deren Vorväter von Jerusalem
kamen, vom Königreich Judas. Somit waren sie auch vom Hause Israel...
Die amerikanischen Indianer hatten jedoch auch noch anderes Blut in ihren Adern. Es ist möglich,
dass isolierte Überbliebene der Jarediten während der Zerstörungsperiode hindurch
lebten....
Es ist ziemlich offensichtlich, dass orientalische Gruppen ihren Weg über die
Beringstraße fanden...
Seit den Tagen der spanischen Eroberer und der Kolonialisierung von Mexiko und Südamerika, gab
es weitere Vermischungen des reinen lamanitischen Blutes. Aber alles in allem, für die
große Mehrzahl der Nachfahren der ursprünglichen Einwohner der westlichen Hemisphäre,
ist die dominierende Blutlinie die Israels. " 3
Während die mehr fundamentalistischen Mitglieder an
der reinen semitischen Herkunft der Indianer festhalten und die wissenschaftliche
Sicht entsprechend in Frage stellen oder sogar belächeln, räumen
andere die Möglichkeit oder sogar die Existenz anderer Völkergruppen
ein. FARMS-Gelehrte wie John L. Sorenson gehen sogar so weit, dass sie
die Ansichten von Joseph Smith und Moroni - bezüglich der Verbreitung
der Lamaniten und Nephiten -
als falsch erachten und den Handlungsbereich des Buches Mormon auf
ein sehr
kleines Gebiet beschränken. Um diese Behauptungen aufrecht
erhalten zu können, muss der offiziellen Lehre der Kirche widersprochen
werden, was zu kircheninternen Problemen geführt hat. Die folgenden
Untersuchungen zeigen jedoch auf, dass sich keine der mormonischen Lehren
und Theorien durch wissenschaftliche Ergebnisse bestätigen ließ.
Die unterschiedlichen Ansichten der Mormonen zu diesem Thema, führen zu einer
ziemlich verworrene Diskussion, da zeitliche Perioden
verglichen werden müssen und diese erheblich differieren. Außerdem ergibt sich dadurch
auch ein Problem mit Adam und Eva, die von der Kirche immer noch als die ersten Menschen angesehen
werden ( Oder gab es doch Präadamiten, wie James Talmage und andere glaubten?). Laut Joseph
Smith befand sich ja auch der Garten Eden in Nordamerika, was wiederum neue Fragen zum Thema
Frühbesiedelung aufwerfen würde. Belassen wir es dabei und wenden uns einigen
interessanten Fakten zu.
Werfen wir zunächst einen Blick auf die genannten Ereignisse. Die ersten
Übersiedler, gemäß dem Buch Mormon, waren die Jarediten, die ca. 2200 v. Chr. vom
Turmbau zu Babel in die Neue Welt über das Meer kamen. Deren Geschichte wird im Buch Ether
behandelt. Von diesem Volk soll es nach einer großen Schlacht nur noch einen Überlebenden
gegeben haben. Lehis und Ischmaels Familie gelangen etwa um 600 v. Chr. über das Meer in die
Neue Welt und etwas später die Kolonie Muleks.
Dies würde folgendes bedeuten:
Alle (nach offizieller Lehre) oder einige (nach Ansichten von FARMS) Einwohner des vorkolumbianischen Amerika stammen von diesen Übersiedlern ab.
Die (einige) Ureinwohner Amerikas sind daher semitischer Abstammung.
Die hebräischen Übersiedler kamen alle mit Booten oder Schiffen
von der Alten Welt übers Meer.
Die hebräischen Übersiedler brachten Sprache, Schrift und
Kultur aus der Alten Welt mit.
Vergleichen wir nun mit der Fachliteratur. Zunächst
die Herkunft:
Eines ist sicher: Die Menschen sind nach Amerika
eingewandert, sie haben sich nicht dort entwickelt.... Nach Auffassung
einiger Anthropologen gehörten die entfernten Vorfahren der amerikanischen
Indianer zur Spezies des aus der Alten Welt stammenden Homo Sapiens.
Sie ließen sich während der letzten Phase der Eiszeit in
der Neuen Welt nieder... Die Flucht vor Feinden oder die Suche nach
Nahrung trieb sie in kleinen Gruppen durch Ostsibirien über die
Beringstraße nach Alaska....
Gut gearbeitete Lanzenspitzen aus Stein, die man zwischen den Knochen
ausgestorbener Tiere gefunden hat, stellen die ersten genau datierbaren
Spuren des Menschen in Amerika dar [ ca. 12000 Jahre alt ]. ... Viele
Anthropologen glauben jedoch, dass die ersten Einwanderer viel früher
aus Asien kamen. .. vermutlich haben also die ersten Einwanderer Sibirien
schon vor etwa 20000 oder sogar 40000 Jahren verlassen.... " 4
Die Geschichte des alten Peru .... umfasst von der ersten Siedlungen
bis zum Reich der Inka eine Zeitspanne von rund 8500 Jahren. Sie fügt
sie ein in die Vorgeschichte des präkolumbischen Amerika, wo
die anthropologische Entwicklung aus zwei Gründen von höchstem
Interesse ist. Zum einen, weil sie sich vollkommen von derjenigen
in Asien und Afrika unterscheidet, wo sich unterdessen die ersten
Kulturen entwickelt hatten; zum anderen, weil ihre Verbindung mit
der Alten Welt über die Beringstraße, eine während
der vierten Eiszeit zustande gekommenen Landbrücke, mit rund
57000 Jahren im Vergleich zur Geschichte der Menschheit nur von kurzer
Dauer war.... Die ersten prähistorischen Spuren, die der Mensch
in Peru hinterlassen hat, gehen ungefähr auf das Jahr 12000 v.
Chr. zurück. " 5
In der Tat sind Forscher des prähistorischen Amerika allgemein
zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die ersten Einwohner der Neuen
Welt über die Beringstraße von Asien her kamen. ...." 6
Der physische Typ des amerikanischen Indianers ist grundlegend
mongolid und damit den Völkern Ost-, Zentral- und Nordost-Asiens
am nächsten verwandt. Archäologische Belege deuten darauf
hin, dass die Vorfahren der heutigen Indianer in fortgesetzter Folge
kleinerer Auswanderungen wahrscheinlich über eine Landbrücke,
die bekanntermaßen während der letzten Eiszeit in der Region
um die Beringstraße existierte beginnend vor etwa 25000
bis 30000 Jahren in die Neue Welt kamen. " 7
Jüngste Forschungsergebnisse
sprechen sogar von der Möglichkeit, dass bereits vor 40000 bis
50000 Jahren eine Gruppe verirrter Fischer von Australien aus in der
Neuen Welt landeten. Man fand dazu eine Frau, die keine mongoliden
Züge aufwies, sondern negride. Es wurde daher eine These aufgestellt
die besagt, dass es noch vor den Einwanderern aus der Beringstraße
eine negride Menschengruppe in der Neuen Welt gegeben haben muss,
die dann von den mongoliden vernichtet wurde. Ein so genanntes Genozid.
Stimmt diese These, so stammen die ersten Einwohner Amerikas nicht
aus Ostasien, sondern aus Australien. Erst nach diesen kamen dann
andere (die zweiten) über die Beringstraße.
Weitere, neuere Forschungen versuchen auch zu belegen, dass es vor
15.000 - 17.000 Jahren, während der Eiszeit, Übersiedlungen
aus Europa gegeben hat. Funde von Speerspitzen und DNA-Analysen nördlicher
Indianerstämme zeigen auf, dass es eine Verbindung zu den Solutreen-Menschen
(Frankreich) aus der Steinzeit gegeben haben muss und diese noch früher
als die Clovis-Menschen, den amerikanischen Kontinent besiedelt haben.
Man vermutet, dass sie über den vereisten Atlantik - mit Eskimotechnik
- gekommen sein könnten.
Allerdings kann man heute sagen, dass die Vorfahren der indianischen
Völker primär mongolider Herkunft sind (Clovis-Menschen),
auch wenn zukünftige Entdeckungen und DNA-Analysen wahrscheinlich
aufzeigen werden, dass es noch andere Einflüsse gab (wie bereits
anhand der Solutreen-Menschen gezeigt). Die Zeitschrift Science
hat erst kürzlich (1999) dazu einen Bericht veröffentlicht,
indem dies durch genetische Untersuchungen bewiesen wurde. Der russische
Genetiker Ilya Zakharov fand beispielsweise heraus, dass es
eine DNA-Verbindung zwischen den Indianern und den Tuvan Menschen,
die 2.100 Meilen Südost von Moskau wohnen, gibt 8.
Das ist sensationell! Durch den genetischen Fingerabdruck ist
die Abstammung heute absolut nachweisbar, denn dieser ist so individuell,
wie ein Fingerabdruck. Es steht daher heute ohne Zweifel fest, durch
archäologische und genetische Untersuchungen, dass die
Vorfahren der meisten Indianer mongolid sind 9.
Weitere genetische Studien des Y Chromosoms zeigen auf, dass es durchaus
auch einen kaukasoiden (Europäer und Inder) Vorfahren gegeben haben
kann. Diese würde die Funde von nicht-mongoliden Skeletten erklären,
wie den Kennewick Mann (Alter etwas 9400 Jahre). Man geht davon aus,
dass es sich dabei um frühe Einwanderungen aus Eurasien handelt, die
im Pleistozän ( zw. 15000 und 50000 J.) über Asien und die Beringstraße
in die Neue Welt gelangten. Auch wenn manche ambitionierten Mormonengelehrten
in diesen Zusammenhängen bereits schon wieder einen Beweis für das
Buch Mormon sehen, zeigen die detaillierten
Forschungsergebnisse auf, dass es sich hierbei um alles andere
als solche Beweise handelt. Denn selbst wenn es eine genetische Verwandtschaft
eurasischer oder europäischer Art gegeben haben sollte, hat diese
sicherlich nichts mit den Ideen des Buches Mormon zu tun. Jede andere
Interpretation, wie die der Mormonen, wäre anachronistisch und pseudowissenschaftlich,
denn bislang fehlen dazu jegliche genetische, kulturelle und chronistisch
korrekten Beweise und Zusammenhänge.
Seit einiger Zeit betreibt die kircheneigene Universität BYU
DNA-Studien. In einem Artikel in der
Salt Lake Tribune vom 30. November 2000 kommt allerdings klar
zum Vorschein, dass eigentlich keine anderen Ergebnisse, als die,
die bereits von nicht-mormonischen Wissenschaftlern erbracht wurden,
zu erwarten sind. Auch wenn Sorenson die Population der Lamaniten
mittlerweile auf eine winzige Gruppe irgendwo in Zentralamerika reduziert
haben will und keine Chance darin sieht, dass die DNA-Ergebnisse hinweise
auf die Lamaniten ergeben werden. Sorenson widerspricht mit seinen
Ansichten ohnehin schon seit langem den traditionellen Glaubensgrundlagen,
die seit Joseph Smith gelehrt wurden und steht damit in Widerspruch
zu seinen eigenen Kirchenautoritäten. Es ist anzunehmen, dass die
BYU-Studien eine offene Kollidierung zwischen den orthodoxen Ansichten
der Mormonen und der Wissenschaft im eigenen Haus hervorbringen werden.
Nachtrag 2005: Bislang konnte auch die BYU, wie zu erwarten war, keine
genetischen Beweise für eine semitische Abstammung der Ureinwohner Amerikas vorlegen. Gleichzeitig wurden weltweit weitere DNA-Untersuchungen
getätigt, die eines klar aussagen: Die Vorfahren der Indianer waren nicht die Hebräer - ein Dolchstoß für die Authentizität
des Buches Mormon und den Glauben der Mormonen.
Mormonische Gelehrte an der BYU gehen heute auch davon aus, dass es genetisch nicht möglich sein wird, semitische Spuren in der DNA der
Indianer zu finden. Sie argumentieren, dass nur eine sehr kleine Gruppe von Hebräern Teil der Bevölkerung der Neuen Welt war und diese
sich mit den anderen Gruppen vermischte ("Sauerteig mit Brot"). 99,6% der DNA-Untersuchungen weisen auf einen asiatischen Ursprung
hin. Anstatt nun der Realität ins Auge zu sehen, werden neue apologetische
Sichtweisen postuliert,
die zum einen den ursprünglichen Lehren Joseph Smiths widersprechen und zum anderen nichts anderes Darstellen, als eine Rettungsdecke -
besser bekannt als Dissonanz Management. Weiter
muss hier gesagt werden, dass es sich bei den neuen Sichtweisen der Apologeten nur um deren Meinung handelt. Auf ein offizielles Statement der
religiösen Führer aus Salt Lake City werden wir wohl - wie immer - umsonst warten, denn für sie steht die Glaubwürdigkeit ihrer Gemeinschaft
auf dem Spiel.
Aber es gibt auch mormonische Wissenschaftler, die Konsquenzen aus den Tatsachen ziehen. Dr.
Simon Southerton, ein ehemaliger Bischof und
Molekularbiologe, der aufgrund der genetischen Erkenntnisse die Kirche
verlassen hat, machte folgende Aussage im oben erwähnten Artikel
der Tribune:
"Die existierenden DNA-Forschungen zeigen auf überwältigende
Art und Weise, dass die eingeborenen Amerikaner und Polinesier, Nachfahren
asiatischer Vorfahren sind. Ist es ehrlich, die Mitglieder der Kirche
in Hinblick auf die Berge von Beweisen für diese Fakten im Dunkeln
zu lassen, während man über die Mächtigkeit dieser
Technologie diskutiert, um genealogische Verwandschaften offenzulegen?
"
Auch der Mormone Thomas W. Murphy, im Jahre
2002 Doktorand an der Universität von Washington, behandelte
in seiner Dissertation das Thema Genetik und Indianer. In seinen Studien
kam er zur selben Schlussfolgerung wie Southerton und andere: Die
Indianer sind keine Nachfahren der Israeliten. Für seine Publikation
drohte
ihm die Gemeinschaft mit Exkommunikation. Er selbst sagte:
"Uns wurde gelehrt, die Wahrheit zu sagen, nicht jedoch,
wenn die Wahrheit der Kirchenlehre widerspricht. Ich ziehe es vor,
die Wahrheit zu sagen."
Mittlerweile gibt es auch ein Video in englischer
Sprache (Mitwirkenden u.a. Thomas W. Murphy und Dr. Simon Southerton),
welches anhand wissenschaftlicher DNA-Analysen aufzeigt, dass die Indianer
nicht von den Hebräern abstammen: Mormon
Challenge.
Neuere DNA-Studien (2005) gehen sogar davon aus, dass die amerikanischen Ureinwohner nur etwa 70 Vorfahren aus Asien hatten:
"Lediglich etwa 70 Einwanderer aus Asien legten vor knapp 14.000 Jahren den Grundstein für die Besiedlung Amerikas.
Die Bevölkerung der Neuen Welt ging somit aus einer erstaunlich geringen Zahl an Menschen hervor, hat ein amerikanischer Biologe anhand von
Genanalysen herausgefunden.
Dass die Vorfahren der Ureinwohner Amerikas den neuen Kontinent von Sibirien aus über eine damals noch vorhandene Landbrücke an der
Bering-See erreichten, gilt mittlerweile als erwiesen. Details über diese Besiedlung sind jedoch noch stark umstritten. Mithilfe eines Rechenmodells
analysierte Jody Hey nun neun Gene, die Aufschluss über die genetische Bevölkerungsgeschichte geben können und in der wissenschaftlichen
Literatur bereits gut untersucht sind. Dazu verwendete er DNA-Sequenzen von heute lebenden Asiaten und Ureinwohnern Amerikas.
Diese Untersuchung ermöglicht unter anderem eine Abschätzung der ursprünglichen Populationsgröße und den zeitlichen
Ablauf der Besiedlung. Die Ergebnisse seiner Untersuchung legen nahe, dass es mit rund 70 Individuen nur eine sehr kleine Anzahl an Einwanderern
aus Asien war, deren Gene die Grundlage für die Bevölkerung Amerikas bildeten." (Quelle: www.wissenschaft.de - (
Jody Hey -Rutgers-Universität,
New Jersey: PLoS
Biology, Bd. 3, S. e193))
Wir halten also fest, dass diese Beweise in völligem
Widerspruch zu der offiziellen Annahme der Kirche stehen, dass die
dominierende Blutlinie israelitisch (semitisch) sei (was 2007, wie eingangs erwähnt, im Vorspann des BM auch eingeräumt wurde) und
auch die Ansichten von FARMS nicht bestätigen. Im Gegenteil. Bislang konnten keinerlei
linguistische noch kulturelle Zusammenhänge gefunden werden und
dies nach über einem halben Jahrhundert von Forschungen in der
Neuen Welt. Die DNA-Analysen können heute auch definitiv belegen,
dass die Indianer nicht von den zehn verlorenen Stämmen Israels
abstammen.
Gab es eine Verbindung zur Alten Welt?
Vorliegendes Material belegt, dass die ersten
Menschen, die diesen Kontinent von Osten her erreichten, Wikinger
waren, die den nordöstlichen Teil Nordamerikas um das Jahr 1000
kurz besuchten und sich dann in Grönland niederließen.
Nichts deutet darauf hin, dass sie Mexiko oder Zentralamerika erreichten.....
Eine der gewichtigsten Erkenntnisse, die die wissenschaftliche Annahme
stützen, dass Kontakte mit der Alten Welt, sollte es sie überhaupt
gegeben haben, von sehr geringer Bedeutung für die Entwicklung
der Zivilisationen der amerikanischen Indianer waren, ist der Umstand,
dass keine der domestizierten Pflanzen und Tiere (außer dem
Hund) aus der Alten Welt in der Zeit vor Kolumbus in der Neuen Welt
vorkamen. Amerikanische Indianer hatten keinen Weizen, Gerste, Hafer,
Hirse, Reis, Kühe, Schweine, Hühner, Pferde, Esel oder Kamele
vor 1492. (Kamele und Pferde gab es in Amerika, zusammen mit Bison,
Mammut und Mastodon, aber alle diese Tiere wurden um 10000 v.u.Z.
ausgerottet, als sich die ersten Großwildjäger über
Amerika ausbreiteten.).... Es ist möglich, dass die Verbreitung
kultureller Charakterzüge über den Pazifik hinweg zu Mesoamerika
und der Nordwestküste Südamerikas einige hundert Jahre vor
der christlichen Ära begannen. Dennoch scheinen solche interhemisphären
Kontakte Resultate versehentlicher Seereisen zu sein, die im östlichen
und südlichen Asien starteten. Es ist keinesfalls sicher, dass
solche Kontakte überhaupt mit den alten Ägyptern, Hebräern
oder anderen Völkern Westasiens oder des Nahen Ostens stattfanden.
" 10
Heyerdahls Kon-Tiki-Fahrt:
Eine kulturelle Beeinflussung von Europa aus
ist nicht nachweisbar; möglich, wenngleich nach Art und Grad
umstritten, ist sie von Ostasien aus. Die berühmte Kon-Tiki-Fahrt
Heyerdahls (1947) sollte die Möglichkeit eine kulturellen Zusammenhangs
mit Polynesien demonstrieren, vermochte aber nicht zweifelsfrei den
erstrebten Beleg zu erbringen, dass die angenommene kulturelle Beeinflussung
auf solchem Weg erfolgte. " 11
Alte Theorien:
Spekulationen über die Rassenzugehörigkeit
und den Ursprung der Bewohner der Neuen Welt begannen schon mit dem
ersten Eintreffen der Europäer. Kolumbus hielt sie für Eingeborene
Ostindiens... Während des 16. Jahrhunderts gab es nicht wenige
sehr gebildete Mönche und Priester, die in Mexiko die verschiedensten
Überlieferungen der Eingeborenen gehört hatten, die besagten,
dass deren Vorfahren in Booten über das Meer nach Amerika gelangt
seien. Aufgrund dessen waren viele Missionare davon überzeugt,
sie hätten es mit den Abkömmlingen der im Alten Testament
erwähnten Zehn Verlorenen Stämme Israels zu tun. Nicht einmal
die Tatsache, dass nicht ein Stamm oder Volk Hebräisch oder eine
damit verwandte Sprache sprach, vermochte diese Theorie zu entkräften,
die jahrhundertelang weiterlebte und selbst gegenwärtig noch
ihre Anhänger hat. " 12
Diese letzte Aussage stammt von Prof. Michael D. Coe, einem der
führenden Anthropologen auf diesem Gebiet. In einem seiner zahlreichen
Bücher, aus dem dieses Zitat stammt, geht er auf die Ansicht der
Kirche zu diesem Thema ein und knüpft interessante Zusammenhänge.
Nach der Amerikanischen Revolution (1770-1776),
als die Weißen nach Westen über die Appalachen in indianisches
Territorium vordrangen, tauchten erneut die verschiedensten Spekulationen
auf, insbesondere in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts.
Die Siedler fanden in den Stromtälem des Ohio und Mississippi
Mounds (Erdhügel) aus vergangenen Epochen, für die
die jetzt dort lebenden Indianer keine Erklärung wussten. In
einigen »Begräbnis-Hügeln« wurden Kupfergegenstände,
Perlen, Glimmer sowie andere prachtvolle Beigaben entdeckt. Die geheimnisvollen
Menschen, die diese Anlagen errichtet hatten, bezeichnete man als
'Mound Builders' (Hügelbauer). Da damals rassistische Vorurteile
und allgemein anti-indianische Ressentiments an der Tagesordnung waren,
nahm man an, die Architekten der 'Mounds' könnten unmöglich
die Indianer, sondern müssten eine seit langem untergegangene
weiße Rasse sein.
Die Vorstellung, Weiße hätten schon lange vor Kolumbus
Amerika bewohnt, wurde zusätzlich genährt von dem über
weite Strecken gefälschten Bericht über Madoc, einen aus
Wales stammenden Kolonistenführer, der angeblich schon 300 Jahre
vor Kolumbus die Neue Welt erreicht haben soll. Man glaubte geraume
Zeit, selbst heute noch gibt es vereinzelte Vertreter dieser Richtung,
dass es 'weiße' Indianer unter den Stämmen der Plains gäbe....
Diese Ansichten beeinflussten zweifellos auch das Denken Joseph Smiths
(1805-1844), des Gründers der Glaubensgemeinschaft der Mormonen.
"
Coe geht dann kurz auf den Inhalt des Buches Mormon
ein, indem er u.a. die mit einer dunklen Hautfarbe gestraften Lamaniten
erwähnt. Er fährt fort:
Als Joseph Smith über die Entdeckungen Stephens
und Catherwoods in den Ruinenstädten der Maya in Mexiko und Zentralamerika
las, behauptete er sogleich, diese Bauwerke seien von den Nephiten
errichtet worden., weil er die 'primitiven' Indianer solcher kultureller
Meisterleistungen nicht für fähig hielt.
Aber Smith war nicht der einzige, der sich von der Geschichte über
das Schicksal der Zehn Verlorenen Stämme Israels inspirieren
ließ. " 13
Aus der History of
the Church erfahren wir, dass auch Joseph Smith, mit einigen anderen,
1834 in Illinois solche Hügel besichtigt hat und die darin gefundenen
Gebeine, einem alten 'weißen' Lamaniten namens Zelph zuschrieb
14
( Nähere Angaben zu diesem Ereignis und Zelph: siehe Buch Mormon
- Archäologie - Geographie ). Die von Coe angeführte Problematik
dieser alten Theorien über die Herkunft der Indianer und den
genannten Ansichten bezüglich der Hautfarbe, spiegelt sich in
der gesamten Geschichte des Buches Mormon wider, mitsamt der Rassenfrage,
die ja auch in anderem Zusammenhang eine Rolle spielt. Die Kirche
ist wohl die letzte Gruppierung von Menschen, die noch an solche Theorien
glaubt.
Wir stellen also fest:
Die Ureinwohner Amerikas kamen lange vor der Zeitrechnung des Buches Mormon
über die Beringstraße - und vereinzelt auch über andere
Wege - in die Neue Welt. ( Anstatt über die Beringstraße
gewandert zu sein, könnten die Ureinwohner von Asien aus, südlich
des Bering Meeres, auch Boote benutzt haben und landeten dann wahrscheinlich
südlich der Kordilleren-Eisplatte ( zwischen Kanada und den USA
) 15)Es
kann sogar sein, dass noch frühere Gruppen aus Australien kamen
und es gibt mögliche Verbindungen zu den Solutreen-Menschen.
Der physische Typ des amerikanischen Indianers ist grundlegend mongolid,
was durch die Genetik bewiesen wurde. Eine eurasiche Verwandtschaft
aus dem Pleistozän ist möglich. Weitere europäische Verwandschaften
aus der Steinzeit auch.
Eine kulturelle Beeinflussung Europas ist nicht nachweisbar. Schon gar nicht
mit semitischem oder ägyptischem Ursprung.
Kontakte mit der Alten Welt, wenn es sie den jemals gegeben hat, sind eher zufällig und ostasiatischer Herkunft.
Es gab niemals weiße Ureinwohner in Amerika.
Zur Zeit Joseph Smiths nahm man allgemein an, wie bereits oben angeführt, dass
die Vorfahren der Indianer von den Hebräern abstammten. In Büchern, wie View of the
Hebrews von Ethan Smith ( wurde 7 Jahre vor dem Buch Mormon publiziert) , die dem
Propheten zugänglich waren und anderen Quellen, wurde diese Annahme vertreten. Diese Annahme
spiegelt sich auch im Buch Mormon wieder und repräsentiert damit die Anschauungen der damaligen
Zeit.
Die Sicht des Mormonismus zu den anthropologischen
Begebenheiten der Neuen Welt stammt somit aus dem frühen 19.
Jahrhundert und ist alles andere als zeitgemäß, steht im
Widerspruch zu den Erkenntnissen der heutigen Zeit isoliert und kann
nur durch eine einseitige, apologetische Lehre aufrechterhalten werden.
Fußnoten
1 Buch Mormon, Einführung
2 Lehren des Propheten Joseph Smith, S.19
3 Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, S.33, 1979
4 Zeitalter der Menschheit, Altes Amerika, S.12-14 . TIME-LIFE International
5 Das Inkareich, Entstehung und Untergang, Bechtermünz Verlag, S. 7
6 National Geographic Society. Auf Anfrage beim Institut für
Religiöse Forschung, in einem Brief vom 12. Aug. 1998
7 Smithsonian Institut,
8 Christian Science Monitor, 8.12.1998
9 Aus einem Bericht der Zeitung Die Zeit", Erst Schwarze dann Rote,
September 1999
10 Smithsonian Institut, siehe BM als Grundlage für archäologische Forschung?
11 Welt Geschichte, Von der Urzeit bis zur Gegenwart, S.366. Karl Müller Verlag.
12 Michael D. Coe, Weltatlas der Alten Kulturen, Amerika vor Kolumbus, 1993, S.24
13 Michael D. Coe, Weltatlas der Alten Kulturen, Amerika vor Kolumbus, 1993, S.24
14 History of the Church, Band 2, S.79-80
15 Michael D. Coe, Weltatlas der Alten Kulturen, Amerika vor Kolumbus, 1993, S.31
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