Vorwort
Den vorliegenden Artikel habe ich 1997 für Betrachtungen
geschrieben.
Ich habe das Buch Mormon bewußt "als bare Münze" genommen,
wie es die glaubenstreuen Mitglieder auch tun (sollen), um darzustellen, welchen
Einfluß diese Lektüre auf Frauen und Mädchen haben mag, die
sich regelmäßig mit einer "Heiligen Schrift" beschäftigen,
die so einseitig nur das Leben und Denken von Männern in den Mittelpunkt
stellt. Wie wirkt es sich auf die Selbstwahrnehmung und auf das Selbstbewußtsein
von Frauen aus, wenn sie ständig dahingehend manipuliert werden, männliche
Werte, Sichtweisen und Standpunkte kritiklos zu übernehmen und für
den einzig möglichen und richtigen Wertmaßstab zu halten? Im Vergleich
zu den männlichen Helden und Sündern werden Frauen im Buch Mormon
nur selten erwähnt, dabei sind die vielen Zusammenhänge, in denen
die Frauen fehlen, besonders entlarvend für ein Glaubenssystem, in dem
so häufig von Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit die Rede ist und das
so stark den Wert der Familie betont.
Da der Artikel ausschließlich mit Schriftstellen aus dem Buch Mormon
argumentiert, wird offensichtlich, daß die Diskriminierung der Frauen
in der Kirche im Glaubenssystem fest verankert ist. Es führt nach meiner
Erfahrung dazu, daß sich die Frauen in der Kirche oft gar nicht als
eigenes Geschlecht mit eigenen Interessen, Gefühlen und Lebenserfahrungen
wahrnehmen. Stattdessen sind sie oft so krampfhaft bemüht, sich mit männlichen
Glaubenshelden aus den Schriften oder aus der Kirchengeschichte zu identifizieren
und deren Motive und Handlungsweisen zu verstehen und möglichst auch
noch zu verteidigen. Als derart angepaßte “Hälfte der Menschheit”
sind sie sicher sehr hilfreich im ehrenamtlichen Dienste für die männliche
Hierarchie, werden aber davon abgehalten, sich zu eigenständigen, gleichberechtigten
Persönlichkeiten zu entwickeln.
"Doch habe ich vom Herrn das Gebot empfangen, diese Platten anzufertigen
zu dem besonderen Zweck, daß darauf ein Bericht über das geistliche Wirken
meines Volkes eingraviert werde" (1. Nephi 9:3).
Leider hat Nephi diese Anweisung
sehr einseitig verstanden und fast ausschließlich das geistliche Wirken unter
den Männern wiedergegeben. Vielleicht hat es aber nicht nur an ihm und den nachfolgenden
Schreibern gelegen, sondern zum Teil auch am Zusammenfasser Mormon, der gleichzeitig
Prophet und Heerführer war und dem wir es zu verdanken haben, daß trotz des
begrenzten Platzes auf den Platten den Schilderungen von Kriegen und Blutvergießen
so viel Raum gewidmet wurde. Die Berichte des Buches Mormon sind ausschließlich
von Männern verfaßt, aufgeschrieben, aufbewahrt, zusammengefaßt und zitiert
worden und nur Männer hatten Zugang zu ihnen, konnten sie lesen und sie anderen
erklären. „Darauf kommt es doch gar nicht an," werden vielleicht viele
einwenden, „das einzig Wichtige für mich sind die großartigen geistigen Belehrungen,
die ich nur in diesem Buch und sonst nirgends in solcher Fülle finde."
Dies stimmt nur bedingt, da auch
geistige Inhalte mit geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen verknüpft
sind und auch deren Auswahl und Zusammenstellung die Wertvorstellungen der Schreiber
widerspiegeln. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die geschilderten Ereignisse
aus der Welt der Männer stammen und vom männlichen Standpunkt aus dargestellt
werden. Nephi führt diese Denk- und Schreibweise gleich anschaulich vor:
"... um darauf einen Bericht meines Volkes einzugravieren
... gravierte ich die Aufzeichnungen meines Vaters ein ... sowie die Prophezeiungen
meines Vaters, und auch viele meiner eigenen Prophezeiungen " (1.
Nephi 19:1).
Wer ist hier das Volk? Wer denkt
und schreibt ausschließlich für alle? Sprachwissenschafter sagen dazu:
"Die Menschen, die definieren können (was schreibens-
und bewahrenswert ist) sind die Herren, nur die Mächtigen können andere
definieren und ihre Definition durchsetzen" (Lucia Stapenhorst:
Entschuldige, Paulus, jetzt rede ich!. Piper, München '93).
"Denn ich gebiete allen Menschen ... die Worte niederzuschreiben,
die ich zu ihnen spreche" (2. Nephi 29:11).
Im Buch Mormon gewinnt man kaum
den Eindruck, Gott spräche zu allen Menschen und es ist noch viel weniger ersichtlich,
daß Frauen auch zu denen gehören, die persönliche Offenbarungen und Visionen
empfangen und geistige Erlebnisse mitzuteilen hätten. Sie werden in der Regel
ignoriert oder als Anhängsel des Mannes dargestellt. Obwohl in vielen Schriftstellen
die Ausdrücke „Volk, Menschenkinder, alle Menschen, jede Seele" verwendet
werden, sind in den Texten fast ausschließlich die Männer angesprochen und es
zieht sich eine endlose Litanei männlicher Anreden durch viele wichtige Belehrungen.
Stellvertretend für viele andere gibt uns Jakob eine ausführlich Kostprobe:
o, meine geliebten Brüder 2x
nun denn, meine geliebten Brüder
o, meine geliebten Brüder 2x
kommt, meine Brüder
siehe, meine geliebten Brüder
und nun, meine Brüder
und nun rede ich, Jakob, weiter zu euch,
meine geliebten Brüder...
und, meine geliebten Brüder, ...u.s.w
(2. Nephi 9+l0)
Es handelt sich hierbei um die Auslegungen der Schriften Jesajas, die als
wichtig für alle Menschen angesehen werden und im 2. Nephi 11:1 behauptet
Nephi ungerührt „... und dann sprach Jakob noch vieles andere zu
meinem Volk ..."
Besteht ein Volk nur aus Männern? Reicht es aus, nur die eine Hälfte der Menschheit
anzusprechen und ihr alles ausführlich zu erläutern? Sie können es dann der
„untergeordneten Hälfte" weitergeben, so gut oder so schlecht sie
es eben ver- standen haben und wie sie es aus ihrer Sicht interpretieren.
Oder war es in der Gesellschaft selbstverständlich, daß die Frauen zwar anwesend
waren, aber ignoriert und übergangen wurden? Frauen können ja demütig sein
und sich irgendwie „mitgemeint" fühlen. Bei der Rede König Benjamins
(Mosia 2:5) sind eindeutig Männer und Frauen anwesend:
„Jeder Mann mit seiner Familie, die aus seiner Frau und
seinen Söhnen und Töchtern und deren Söhnen und Töchtern besteht",
- hören ihm zu. Es hindert ihn nicht, seine Ansprache unverdrossen mit „meine
Brüder" zu beginnen und das Wort ausschließlich an sie zu richten. Wie
hat es damals auf die Frauen gewirkt und wie wirkt es heute auf die Schwestern
in den Gemeinden, wenn sie im „wahrsten Buch der Welt" irgendwie
im Hintergrund vorhanden sind, aber nicht genug geachtet werden, um als selbständige
Menschen angesprochen und wahrgenommen zu werden? Im ganzen Buch Mormon taucht
nie die Anrede „Schwestern und Brüder" oder etwas sinngemäß Entsprechendes
auf. Die Formulierungen „Frauen und Kinder, Söhne und Töchter"
finden sich des Öfteren, aber meisten mit den besitzanzeigenden Fürwörtern
„meine, unsere, eure, ihre". Wir haben es mit den Aufzeichnungen
einer orientalischen, patriarchalischen Gesellschaft zu tun, in der „Weib,
Knecht, Magd, Vieh und alles, was sein ist" zum Besitz des Mannes gehören
und als „sein Haus" bezeichnet werden, wie es auch Alma in seiner
Rede über Barmherzigkeit und Gerechtigkeit zum Ausdruck bringt:
„Darum möge Gott euch, meinen Brüdern, gewähren ... ruft
ihn an in euren Häusern, ja, für euer ganzes Haus" (Alma 37:17,
21).
Dürfen Frauen, die ja ein Teil des
„ganzen Hauses" sind, den Herr auch für sich und ihre Familien anrufen?
Einige Schriftstellen können die Stellung der Frau als Teil seiner Habe, die
in einem Atemzug mit Schafen und Rindern und oft auch in bezeichnender Reihenfolge
genannt werden, illustrieren:
"Und siehe, es gab viele Nephiten, die sich einschifften
und mit viel Vorräten und viel Frauen und Kindern lossegelten"
(Alma 63:6).
"Moroni traf Vorbereitungen, ihre Freiheit zu erhalten, auch ihre
Ländereien, ihre Frauen und ihre Kinder und ihren Frieden" (Alma
48:10).
„Ja, er sandte an alles Volk einen Aufruf, sie sollten ihre Frauen
und Kinder, ihre Schafe und Rinder und alle ihre Habe, außer ihr Land, an
einem Ort sammeln" (3. Nephi 3:13).
"Das ganze Volk der Nephiten ... kehrte zu seinen eigenen Ländereien
zurück, jeder Mann mit seiner Familie, mit seinen Schafen und Rindern ..."
(3. Nephi6:1).
Taufte Alma tatsächlich nur seine Brüder in den Wassern Mormon? So liest es
sich in Alma 5:3, denn seine weiteren Belehrungen:
"... und siehe, ich frage euch, meine Brüder in der Kirche: Seid ihr
geistig aus Gott geboren?" (V 14), richten sich nur an sie und in
Mosia 25:18 wird die "Taufe der Brüder" noch einmal bestätigt. Von
wohlmeinenden Sprechern in der Kirche werden Schriftstellen oft mit: "meine
lieben Brüder ... und, äh, meine lieben Schwestern, selbstverständlich sind
auch Sie mitgemeint", verschönert.
Die Frauen waren von den Schreibern
aber oft nicht gemeint und selbst, wenn sie stillschweigend mit einbezogen,
aber nicht klar und deutlich erwähnt werden, wirft das ein bezeichnendes Licht
auf die gesellschaftlichen Zustände und die mangelnde Wertschätzung für die
Frauen. Sie kommen in der Sprache nicht vor, weil wenig an sie gedacht wird
und weil sie in der Gesellschaft nicht zählen. Frauen sind aus dem Bewußtsein
der Männer weitgehend verschwunden. Die Männer haben das Wort Gottes oft so
verstanden und ausgelegt, daß es sich nur auf sie bezieht (Lucia Stapenhorst:
Entschuldige, Paulus, jetzt rede ich!. Piper, München 1993).
Alma schließt sich dieser Sichtweise
an. In seiner Rede über Glauben und Sühnopfer an das Volk in Gideon spricht
er ausschließlich zu den Männern (Alma 7) und nach mehrmaligem „meine geliebten
Brüder" erhalten sie einen echten Männersegen:
"und nun möge der Friede Gottes auf euch ruhen und auf
euren Häusern und Ländereien und auf euren Schafen und Rindern und allem,
was ihr besitzt, auf euren Frauen und Kindern .. " (V 27).
Die Vorherrschaft der einen Hälfte
der Menschheit ist im Buch Mormon allgegenwärtig und Frauen haben sich durch
ständige Wiederholungen schon daran gewöhnt und werden von einer patriarchalischen
Kirche 24 auch eher beschwichtigt als dafür sensibilisiert.
Ich glaube nicht, daß die Schreiber aus böser Absicht so dachten und schrieben
- es war ihnen einfach nicht bewußt. Sie wuchsen in einer Kultur auf, in der
Männer das richtige, wichtige, wertvollere Geschlecht waren und dieses Selbstverständnis
haben sie in ihren Predigten und Aufzeichnungen weitergegeben und wir haben
diese Denk- und Sprechweise in vieler Hinsicht kritiklos übernommen. Auch
inspirierte Männer sind stark von ihrer Erziehung geprägt und können Traditionen
nur dann in Frage stellen, wenn sie sich bewußt damit auseinandersetzen. Aber
wie sollen sie sich dahin entwickeln? Sie wachsen auf in einer Zeit, in der
ausschließlich die Stammtafeln der Väter aufbewahrt und die Erlebnisse der
Brüder und Väter und Vorväter berichtet werden, die dann den männlichen Nachkommen,
den Söhnen und Brüdern übermittelt werden sollen. Nur mit einer Formulierung
haben sie den Nagel auf den Kopf getroffen: wenn sie die „schlechten
Überlieferungen ihrer Väter" beklagen. Wegen des überproportional großen
Einflusses auf Familie und Volk liegt die Verantwortung für viele „Gräuel"
durchaus bei den Männern. Die Frauen haben keine eigenen Wurzeln, keine Mütter
und weiblichen Vorfahren, die namentlich genannt werden und mit denen sie
sich identifizieren könnten. Es zählt ausschließlich die männliche Linie und
deren Gedanken, Taten und Gotteserfahrungen. Selbst wenn es sich um die Geschichte
Evas und Adams handelt, wird er häufiger erwähnt als Eva und man gewinnt leicht
den Eindruck, Eva sei gedankenlos und leicht verführbar gewesen, während er
sinnvoll und verantwortungsbewußt gehandelt und ein wichtiges Werk alleine
vollbracht habe.
"Adam fiel, damit Menschen sein können... " (2.
Ne 2:25)
"... denn alle Menschen sind durch den Fall Adams “, (Hel 14:6)
"Siehe, er hat Adam erschaffen und durch Adam kam der Fall...
" (Mormon 9:12)
"... und da ich meine, daß der erster Teil des Berichts - der von
der Erschaffung der Welt und von Adam erzählt..." (Ether 1:3)
"... und fing er bei der ErschaffungAdams an und las dem König die
Schriften vor [die Königin wurde zu dieser Belehrung nicht eingeladen],
wie Gott den Menschen als sein eigenes Abbild schuf und daß Gott ihm Gebote
gab und daß der Mensch wegen seiner Übertretung fiel " (Alma 22:12)
Der Mensch ist offensichtlich männlich und im Ebenbild eines Mannes erschaffen
worden. Betrachten wir aber einige Erzählungen genauer. Es fängt im 1. Nephi
1:1 gleich gut an: Nephi stammt von guten Eltern ab und darum wurde ihm von
allem Wissen seines Vaters etwas beigebracht. Welches Wissen hatte seine Mutter
Saria? Lohnte es sich für einen Sohn nicht, auch von ihr etwas zu lernen?
Trotzdem nehmen Frauen in seinen Schilderungen noch relativ viel Raum ein.
Im 8. Kapitel beschreibt er Sarias Sorgen, Zweifel und Ängste und wie Lehi
versucht, sie zu trösten. Im 8. Vers kommt sie sogar selbst zu Wort und kann
uns ihr eigenes Zeugnis vermitteln. Die Frau und die Töchter Ischmaels werden
ebenfalls erwähnt, weil sie sich zum Teil für Nephi einsetzen und weil er
und seine Brüder die Töchter Ischmaels „zur Frau nehmen". Sie bekamen
in der Wildnis Kinder, die sie reichlich stillen konnten und die Frauen wurden
so stark wie die Männer (1. Ne 17:1,2).
Dort, wo es für das Überleben aller
wichtig ist, dürfen Frauen auch stark sein, sei es in der Wildnis, bei den Pionieren
oder als Trümmerfrauen nach dem 2. Weltkrieg. Sowie sich eine Gesellschaft dann
etabliert hat, werden sie wieder zum zarten und schwachen Geschlecht erklärt
(siehe: Jakobs Rede) und ins traute Heim verbannt. Auch Laman und Lemuel beklagen
das harte Los ihrer Frauen in der Wildnis:
"... und es wäre besser für sie gewesen, vor dem Auszug
aus Jerusalem zu sterben, als diese Bedrängnisse durchzumachen" (1.
Ne 17:20).
Wer, wenn nicht die Männer, kann
schon darüber entscheiden, was für die Frauen besser gewesen wäre! Die größte
Überraschung hat sich Nephi aber 56 Seiten und ca. 20 Jahre lang aufgehoben:
"... ich, Nephi, nahm ... und ebenso meine Schwestern und
alle anderen mit uns... " (2. Nephi 5:6)
Wo kommen plötzlich seine Schwester
her? Gott hat eine ganze Familie aus Jerusalem weggeführt, um mit ihnen in der
Neuen Welt eine friedliche und glaubenstreue Gesellschaft zu begründen, trotzdem
wird ein Teil der Familie im Bericht unterschlagen. Im 1. Nephi 3:5 werden nur
die Eltern und die Söhne aufgeführt. Wurden die Töchter erst später in der Wildnis
geboren? Da wird aber nur von der Geburt Jakobs und Josephs berichtet. Wurden
die Töchter nur nicht erwähnt, weil weibliche Nachkommen nicht so wichtig sind
oder waren sie doch schon vorher dabei? Dann müßten sie in den Visionen Lehis
und Nephis vorhanden gewesen sein, da darin das Verhältnis aller Familienmitglieder
zu Gott symbolisch dargestellt wurde. Wie kommt es, daß die Töchter bzw. Schwestern
so vollständig aus dem Bewußtsein und der Erinnerung des Schreibers ausgeblendet
wurden? Kann es in einer patriarchalischen Kultur generell geschehen, daß Frauen
in den Bildern der Träume, Visionen und Offenbarungen zwar von Gott gezeigt,
aber von den Männern nicht registriert und beschrieben werden? Oder war „Schwestern"
für Nephi nur ein Sammelbegriff für irgendwelche namenlosen weiblichen Wesen
in seinem Umfeld? Sein Bruder Jakob tadelt die Männer und nimmt den Kummer der
Frauen und Töchter ernst, er spricht allerdings auch nur vor und nicht mit ihnen.
Die Frauen können ihre Lage und ihre Gefühle nicht mit eigenen Worten schildern.
Das übernimmt Jakob für sie, da die Männer, wenn überhaupt, sicher nur auf einen
Mann hören. Er brandmarkt die Überheblichkeit der Männer und macht ihnen Gottes
Wertschätzung für jeden Menschen klar:
"Das eine Geschöpf ist in seinen Augen ebenso kostbar
wie das andere" (Jak 2:21).
Er verbietet ihnen im Namen Gottes
Nebenfrauen und Hurerei und klagt sie wegen ihrer Roheit den Frauen und Kindern
gegenüber an:
"Denn siehe, ich, der Herr, habe das Leid der Töchter
meines Volkes im Lande Jerusalem, ja, und in allen Ländern meines Volkes
gesehen und ihre Klagen wegen der Schlechtigkeiten und der Greueltaten ihrer
Ehemänner vernommen" (Jak 2:31 ).
Wenn Frauen wirtschaftlich und
gesellschaftlich völlig von den Männer abhängig sind, können sie nur noch klagen
und sich kaum gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr setzen.. Jakob hält den Männern
die Lamaniten, die nur eine Frau haben, als leuchtendes Beispiel für partnerschaftliches
und liebevolles Familienleben vor:
"Siehe, dort liebt der Ehemann seine Frau und die Ehefrau
liebt ihren Mann; und Ehefrau und Ehemann lieben ihre Kinder" (Jakob
5:6,7).
Was erfahren wir über das Leben
und die gesellschaftliche Stellung der Frauen im Buch Mormon? Leider sehr wenig.
Vieles läßt sich nur indirekt aus den Schilderungen der Männer schließen und
es ist einfacher aufzuzählen, was sie alles nicht haben und dürfen: Frauen haben
keinen Zugang zu öffentlichen Ämtern. Es werden keine weisen Frauen, sondern
nur weise Männer als Richter gesucht (Mosia 29:11). Das Volk konnte keine gerechten
Frauen, sondern nur Männer zu Königen haben (Mosia 28:8).
Nur männliche Wesen scheinen schon
von der Grundlegung der Welt an mit überaus großem Glauben und guten Werken
geglänzt zu haben, denn damit begründet Alma (13:1-3) ihre Berufung zum Priestertum.
Daraus ergibt sich, daß alle kirchlichen Ämter, nicht nur die der Priester,
von Männern besetzt wurden. Frauen waren offensichtlich nicht als Lehrerinnen
in den Gemeinden berufen. Zur Zeit König Benjamins gab es heilige Männer im
Land (Worte Mormons), aber keine heiligen Frauen. Sie waren von einer aktiven
Beteiligung am öffentlichen und religiösen Leben ausgeschlossen, sie figurierten
höchsten als Teil des „Volkes", wenn überhaupt das. Väter scheinen sich
nur die Mühe gemacht zu haben, ihre Söhne ausführlich zu belehren.
Es wird nirgends beschrieben, welches
Wissen und welche geistigen Einsichten die Mütter und Väter an ihre Töchter
weitergegeben haben (könnten). Alle wichtigen religiösen und philosophischen
Erkenntnisse werden nur den Söhnen zuteil. Lehis evtl. vorhandene Töchter haben
keinen Namen, werden nicht belehrt und bekommen im Gegensatz zu den Söhnen und
Töchtern Lamans und Lemuels auch keinen väterlichen Segen.
Die "Junggesellen" Benjamin,
Mosia, Alma (er hat keine Frau, die gemeinsam mit ihm für ihren Sohn beten darf)
und Helaman scheinen sich gleich auf das Zeugen von Söhnen beschränkt zu haben.
Auch männliche Sprößlinge, die nicht den Eindruck vermitteln, geistige und charakterliche
Grüßen zu sein, wie z.B. Laman, Lemuel, Korianton, kamen in den Genuß kostbarer
religiöser Belehrungen (z. B. Alma 39-42).
Einige Söhne wurden auch in der
Sprache ihrer Vorfahren unterrichtet, wodurch sich ihr geistiger und intellektueller
Horizont ebenfalls erweiterte. Wie wurden die Frauen und Töchter gefördert?
Ganz einfach: Zeniff läßt die Männer den Boden bebauen und die „Frauen spinnen
und arbeiten und sich mühen und allerlei feines Leinen herstellen, ja, Tuch
jeder Gattung, damit wir unsere Blöße bedecken konnten" (Mosia 10:4,5).
Auch die Frauen der Lamaniten "mühten sich und spannen und verfertigten
allerhand Tuch, feingezwirntes Leinen und Tuch jeder Gattung ..."
(Hel 6:13).
Emsiges Handarbeiten hält Frauen
mit gesenktem Kopf beschäftigt und sie kommen nicht auf die Idee, im öffentlichen
Leben an den Gesetzen oder einer dauerhafteren Friedenspolitik auch noch etwas
mitstricken zu wollen. Oftmals machen die Männer sich Sorgen um ihre Frauen,
möchten sie vor brutalen Angriffen der Feinde schützen und sind auch bereit,
für ihre Familien zu kämpfen und zu sterben, aber gerade durch die vielen Kriege
werden die Frauen und Kinder besonders in Mitleidenschaft gezogen. Sie müssen
oft fliehen, sich in der Wildnis verstecken, werden gefangen genommen oder getötet.
Die Frauen verlieren ihre Männer, Brüder und Söhne in den vielen blutigen Auseinandersetzungen.
In Mosia 21:15 werden die Männer aufgefordert, für die Witwen und Waisen zu
sorgen, „damit sie nicht am Hunger zugrunde gingen." Lag es an den schlechten
Zeiten oder an einer ungerechten Gesetzgebung, daß Frauen nach dem Tode ihres
Mannes mittellos dastanden? Wurde Besitz nur an die männliche Verwandtschaft
weitervererbt?
Auch das Volk von Ammoniha behandelt
die Menschen, die Almas und Amuleks Worten geglaubt haben, mit zweierlei Maß:
Die Männer werden ausgestoßen und mit Steinen beworfen und kommen mit blauen
Flecken davon, während die Frauen und Kinder ergriffen und gnadenlos auf Scheiterhaufen
verbrannt werden (Alma 14). Als Amulek sie aus Mitleid retten möchte, fühlt
Alma sich nicht dazu inspiriert, denn sie werden ja „in die Herrlichkeit des
Herrn" aufgenommen (V 11), eine Segnung, die den Ehemännern und auch unseren
beiden Helden nicht so schnell zuteil wird. Von den Priestern Noas werden 24
junge lamanitische Mädchen mit Gewalt entführt und zur Ehe gezwungen. Später
werden sie dann von ihren sauberen Ehemännern vorgeschickt, um bei ihren kampfbereiten
Verwandten für sie um Gnade zu bitten (Mosia 19:4,5 / 23:33).
Selbst Königinnen regieren nicht gemeinsam mit ihren Männern und werden auch
nicht zusammen mit ihnen von plötzlich auftauchenden Missionaren belehrt (Alma
18) . Die Frau des Königs Lamoni erfährt erst später durch ihre Knechte, daß
Ammon ein Prophet ist und läßt ihn rufen, nachdem ihr Mann schon drei Tage
wie tot daliegt. Ammon freut sich über das Licht, mit dem der König nun von
Gott erleuchtet wird, macht sich aber nicht die Mühe, der Königin etwas zu
erklären. Sie glaubt ihm, daß ihr Mann am nächsten Tag wieder aufstehen werde.
Ammon segnet sie:
"Ich sage dir, Frau, daß es unter allen Nephiten keinen
so großen Glauben gegeben hat" (Alma 19:10).
Trotzdem findet er ihren Namen nicht erwähnenswert und erst nachdem ihr Mann
Zeugnis vom Erlöser gibt, wird auch sie vom Geist überwältigt. Eine positive,
tatkräftige Frauengestalt ist die Magd Abisch, die sich aber auch nicht aufgrund
einer persönlichen Offenbarung zu Gott bekehrt hatte, sondern wegen einer
Vision ihres Vaters. Abisch ruft das Volk zusammen, um ihm das Wirken Gottes
am Königshofe zu zeigen, doch als sie merkt, daß die Leute sich wegen Ammon
heftig streiten, reagiert sie schnell. Sie nimmt die ohnmächtige Königin bei
der Hand und richtet sie wieder auf. Wie würde man diese Tat und die Vollmacht
dahinter wohl bezeichnen, wenn ein Mann so gehandelt hätte? Nun hat die Königin
ein eigenes Zeugnis empfangen und „erweckt" ihren Mann wieder.
Lamonis Vater wird auf ähnliche Weise bekehrt. Auch hier erfährt die Königin
wieder alles aus zweiter Hand von den Knechten, fürchtet sich vor Ammon und
ist entschlossen, ihn zu töten. Nachdem Ammon den König wieder aufgerichtet
hat und dieser allen geistig dient, bekehrt sich „sein ganzes Haus"
zum Herrn (Alma 22:12-23).
Manchmal versuchen Schwestern eine
Ansprache über die Mütter der „Söhne Helamans" (Alma 56) zu halten und
machen sich Gedanken darüber, wer diese Frauen waren und wie sie wohl ihre Söhne
(und hoffentlich auch ihre Töchter ) erzogen haben könnten. Wie haben sie es
wohl geschafft, sie so gut und so überzeugend zu belehren, daß sie dadurch ein
unerschütterliches Vertrauen in Gott entwickeln konnten? Nach einigen wohlmeinenden,
hilflosen Spekulationen landen die Schwestern aber leider schon wieder beim
Hauptthema der Schreiber Moroni und Helaman.
Es geht nicht um die wichtige Arbeit
der Mütter und Lehrerinnen, sondern es zählt nur das Ergebnis: die besondere
Kriegstauglichkeit der so erzogenen Söhne:
"... sie dachten nur an die Freiheit ihrer Väter. .... wir
zweifeln nicht - unsere Mütter haben es gewußt" (Alma 56:47, 48).
Sie sind noch sehr jung, aber so
willig und gehorsam und gut einsetzbar. Helaman ist erstaunt, daß sie aus den
vielen mörderischen Schlachten lebend davonkommen, wenn auch verletzt und geschwächt.
Er hatte das Risiko ihres Todes einkalkuliert. Zur Belohnung vereinnahmt er
sie mit seinem Namen, wodurch er sich für alle Zeiten zwischen die Söhne und
die namenlosen Mütter schiebt. Versuchen sie einmal, über diese Frauen zu sprechen,
ohne automatisch eine lange Kriegsgeschichte und den Namen des Heerführers in
den Mittelpunkt zu stellen. Der 9 ½ Seiten lange Brief Helamans mit den weitschweifigen
Beschreibungen seiner Kriegsoperationen wird gefolgt von einem 5-seitigen Briefwechsel
zwischen Moroni und Pahoran.
Es ist genug Raum auf den Platten,
um deren Mißverständnisse haarklein darzulegen und Kriegsschauplätze und -taktiken
für die Nachwelt zu bewahren. Da kann der Platz für das Alltagsleben der Frauen,
für ihre Gedanken über Kindererziehung und für ihre geistigen Erkenntnisse nicht
mehr ausreichen. Wer die Auswahl trifft, der trifft die Entscheidungen darüber,
wessen Weltbild überliefert wird. Selbst, wenn nur Kundschafter von A nach B
durch den Wald laufen oder Feinde beobachten, sind sie (kriegs)wichtig genug,
um mit Namen erwähnt zu werden (Alma 2:22), die Namen der Mütter, Schwestern,
Frauen und Töchter hingegen werden weggelassen, obwohl (oder weil) die Bedeutung
der Namen von den Schreibern als wichtig erkannt wurde (Jak. 1:11, Mosia 1:11,
25:12).
Außer Eva und Maria werden nur Saria,
Abisch und die Hure Isabel namentlich erwähnt. Sie hat offensichtlich nicht
nur Korianton im besonderen, sondern auch die Schreiber im allgemeinen fasziniert
(Alma 39:3).
Dagegen tragen nicht nur die vorbildlichen,
sondern auch viele unbedeutende und sogar bösartige Männer Eigennamen. Alle
Orte, Flüsse, Berge, Länder und Völker werden nach Männern benannt, um ihnen
auch dadurch ein Denkmal zu setzen. Wie sollen wir uns dagegen an die Frauen
erinnern, wie sollen wir sie uns überhaupt vorstellen können, wenn sie nie mit
Namen als eigenständige Personen erscheinen?
Unter Stalin war ein Heer von Bürokraten
und Schreiberlingen damit beschäftigt, die Namen, Bilder, Zitate und Erinnerungen
all derer, die politisch in Ungnade gefallen waren, aus allen Dokumenten zu
entfernen. Wenn sie spurlos aus allen Unterlagen getilgt worden waren, waren
sie verschwunden und niemand, konnte sie sich mehr vorstellen, von ihnen erzählen
oder sich an ihnen ein Beispiel nehmen.
"Unsere Identität, wer und was wir sind, wie andere uns sehen, wird
zu einem großen Teil davon bestimmt, welche Namen man uns gibt und mit welchen
Wörtern wir bezeichnet werden. Die Namen, Bezeichnungen und Ausdrücke, die
man verwendet, um Menschen zu 'identifizieren', können am Ende ihr Überleben
bestimmen" (Haig Bosmajian: The Language of Opression. Washington
1974).
Als "sein Haus", "Frau von...",
"Tochter von ...", haben die Frauen in unseren Erinnerung kaum überlebt
und uns fällt der Verlust auch selten auf. Es werden ja genug männliche Gestalten
zur Identifikation angeboten, die sich zum Mittelpunkt vieler Sonntagsschulklassen,
Ansprachen und FHV Themen machen lassen. Frauen werden durch diese Form der
Sprache und Darstellung genötigt, die Welt der Denkweise und dem Geschmack der
Männer entsprechend zu empfinden und merken oft nicht, daß es nicht ihrem Geschmack
und ihren Empfindungen entspricht.
Achten Sie beim Studieren des Buches
Mormon einmal auf die sprachlichen Verwirrungen und Wechselbäder, die Sie vielleicht
nicht bewußt registrieren, die aber unterschwellig ein bestimmtes Bild vom Wert
und der Bedeutung(slosigkeit) der beiden Geschlechter entstehen lassen.
1. Nephi 17: "Siehe, der Herr achtet alles Fleisch gleich,
und wer rechtschaffen ist, findet Gunst vor Gott ... und der Herr verflucht
ihnen das Land und segnet es unseren Vätern ... " (V 34)
"... und er liebt diejenigen, die ihn zum Gott haben wollen. Siehe,
er hat unsere Väte2eliebt und mit ihnen einen Bund gemacht; ja, nämlich
mit Abraham ,lsaak und Jakob " (V 40).
2. Nephi 26:33: "... und er lädt sie alle ein, zu ihm zu kommen
und an seiner Güte teilzuhaben; und er weist niemanden ab, der zu ihm kommt
- schwarz oder weiß, geknechtet oderfrei, männlich oder weiblich; und er
gedenkt der Heiden und _alle sind vor Gott gleich, die Juden ebenso wie
die Andern."
Die Worte Christi im 3. Nephi: "... und wer eine Geschiedene heiratet,
der begeht Ehebruch" (12:32).
"Denn ich n mir bewußt, daß ihr den Wunsch habt, ich möge euch zeigen,
was ich euren Brüdern in Jerusalem getan habe" (17:8).
"Und allen, die mich empfangen haben, habe ich es gegeben, Söhne
Gottes zu werde; und das will ich allen tun, die an meinen Namen glauben,
denn siehe, durch mich kommt die Erlösung und in mir ist das Gesetz des
Mose erfüllt" (9:17).
Wie oft lesen wir im Buch Mormon
von der Bekehrung großer Volksgruppen oder ganzer Völker, die leider nicht lange
anhält. Stolz und Überheblichkeit werden als Hauptgründe für Streitigkeiten
und Spaltungen angeführt, aber es wird nie die grundsätzliche Überheblichkeit
der Männer angeprangert, die wegen ihrer Vormachtstellung allgegenwärtig ist.
Vielleicht liegt die Ursache für manchen schnellen Abfall vom Glauben auch darin,
daß die Frauen und Kinder nicht genauso ausführlich belehrt und individuell
bekehrt wurden wie die „geliebten Brüder", sondern sich als „sein Haus"
seiner Überzeugung anschlossen nach dem Motto: „Wes Brot ich eß’, des Lied ich
sing’"? In der ersten Begeisterung und solange es in den Gemeinden harmonisch
zuging, fühlten sich die weiblichen Familienmitglieder noch wohl, aber bei Streitigkeiten
und Zweifeln boten sie wenig Unterstützung, da sie nicht alle auf eine eigene
unabhängige Überzeugung zurückgreifen konnten.
Einige Historiker sehen einen Zusammenhang
zwischen der Tatsache, daß Gott nur als Mann verkündet und geglaubt wird, daß
nur Männer Vollmacht von Gott bekommen und den Kriegen und der Zerstörung der
Umwelt, sowie der sozialen und körperlichen Gewalt gegen Frauen.
Auch Carol Lynn Pearson ("Could feminism Have Saved The Nephites". Sunstone
März 1996) vertritt die These, daß eine gleichberechtigte nephitische Gesellschaft
besser in der Lage gewesen wäre, friedliche Lösungen für Konflikte zu finden.
Patriarchalische Gesellschaften sind oft in einem starren Freund-Feind- und
Schwarz-Weiß-Denken befangen und scheinen oft außer den Extremen Bekehrung oder
Vernichtung der Feinde wenig Spielraum für andere Lösungen zu sehen. Darunter
haben die Männer stark zu leiden und die Frauen noch viel mehr und gegen Ende
der Aufzeichnungen klagt Mormon (6:19):
"O ihr schönen Söhne und Töchter, ihr Väter und Mütter,
ihr Ehemänner und Frauen, ihr Schönen, wieso konntet ihr fallen?"
Im Buch Mormon kommt es noch deutlicher
als in der Bibel zum Ausdruck, daß Kirche und Staat ausschließlich in Männerhand
sind. Dadurch wurden damals die Frauen stark eingeschränkt und oftmals unterdrückt
und auch heute hindert die ständige Wiederholung und Betonung der männlichen
Vorbilder die Schwestern daran, sich als gleichwertig zu empfinden. Männer finden
es womöglich kleinlich, wenn Frauen nicht mit „Brüder" angesprochen werden
wollen, aber wie würden sich die Männer fühlen, wenn in einer Heiligen Schrift
fast ausschließlich Frauen zu Wort kämen? Fühlten sie sich bei der Anrede „meine
geliebten Schwestern" als männliche „Unterschwester" auch in aller
Demut angesprochen oder wären sie empört darüber, herabgewürdigt oder ausgeschlossen
zu sein?
Zum Abschluß noch ein kleiner Originaldialog
zwischen mir und unserer damaligen Pfahl-FHV-Leiterin, die die Schwestern sehr
gerne hatte und sich sehr für sie einsetzte:
Ich: "Wie geht es jetzt eigentlich dem kleinen Zweig in
P?"
FHV: "Oh, gut, sie hatten inzwischen 5 oder 6 Taufen, aber leider
alles nur Schwestern. Ja, doch, ich glaub', ein Bruder war auch dabei!"
Achten Sie in Zukunft einmal genauer
auf die Sprache im Buch Mormon und in den Versammlungen der Kirche. Es ist keine
Haarspalterei, denn unsere Ausdrucksweise spiegelt unser Denken, die Machtverhältnisse
und Wertvorstellungen unter uns wieder, oftmals deutlicher, als uns bewußt ist
und sie prägt uns für die Zukunft.