Das Buch Mormon spricht bereits 400 v. Chr. von Maschinen:
Und wir mehrten uns über die Maßen und breiteten uns über das Land aus und
wurden überaus reich an Gold und an Silber und an Kostbarkeiten und an feinen Holzarbeiten, an
Gebäuden und Maschinen und auch an Eisen und Kupfer und Messing und
Stahl... " 1
Und weiter von Wagen und Streitwagen:
Als aber König Lamoni hörte, dass Ammon seine Pferde und seine Streitwagen
bereitmachte...
Und es begab sich: Als Ammon die Pferde und die Streitwagen für den König und seine
Knechte fertiggemacht hatte.... "
Und es begab sich: Im siebzehnten Jahr, gegen Ende des Jahres, war der Aufruf des
Lachoneus überall im ganzen Land verbreitet worden, und sie hatten ihre Pferde und ihre
Wagen... "2
Das Problem
der Pferde wurde bereits diskutiert. Da man für den Bau von
Maschinen und Wagen das Wissen und den Gebrauch des Rades voraussetzen
muss, werden wir uns hier auch auf dieses beschränken. Wir lesen
dazu folgendes in der Fachliteratur:
Bemerkenswert ist, dass eine Reihe von in anderen Kulturkreisen revolutionären
technischen Neuerungen, Erfindungen und Erkenntnissen bei dieser hochentwickelten Kultur fehlt:
So können die Maya kein echtes Gewölbe bauen; Waage, Töpferscheibe und Rad bleiben
ebenso unbekannt, wie die Metallverarbeitung. Trotz ihres ausgebauten und ausgedehnten
Straßennetzes kennen sie weder den Wagen als Transportmittel noch das Pferd als
Zugtier. " 3
Außerdem kannten die Völker der amerikanischen Frühzeit das Prinzip des
Rades nicht, oder sie nutzten es zumindest nicht aus; es waren jedenfalls keinerlei Fahrzeuge mit
Rädern in Gebrauch...
Die amerikanischen Kulturvölker mussten, abgesehen von einem gewissen Ideenaustausch
untereinander, ihre technischen Methoden allein erfinden, und sie waren in manchem natürlich
hinter den europäischen und asiatischen Kulturen, die sich jahrhundertelang gemeinsam
entwickelt hatten, eindeutig weit zurück. Den Indianern fehlten alle auf dem Prinzip des
Rades aufgebauten technischen Hilfsmittel...
Als die Spanier nach Mexiko und Peru eindrangen, fiel ihnen zuerst auf, dass es keine Fahrzeuge
mit Rädern dort gab. Inzwischen haben Archäologen in Mexiko einige auf Rädern
stehende, spielzeugartige Tierfiguren ausgegraben, die beweisen, dass die Technik des Rades
zumindest einzelnen Personen des damaligen Amerika bekannt war; es wurde aber nirgends aus diesem
Wissen praktischer Nutzen gezogen. Es gab weder Lastwagen noch Flaschenzüge oder Winden
für die Beförderung schwerer Gegenstände, und auch die Arbeit der indianischen
Töpfer wurde nicht durch Drehscheiben erleichtert. " 4
Obwohl es, wie z.B. bei den Inka, ein breit ausgebautes Straßennetz gab,
mit Straßenbreiten zwischen einem und 16 Metern, gab es keine Wagen als Transport- oder
Beförderungsmittel. Zur Nachrichtenübermittlung wurde eine Art Stafettenläufer
eingesetzt.
Außer den spielzeugartigen Tierfiguren gibt es keinerlei Hinweise auf die
Verwendung des Rades von Wagen oder gar Maschinen. Die Erwähnung derselben im Buch Mormon
stellt daher ein nicht abzuweisendes Problem dar.
Mormonengelehrte wie Paul R. Cheesmann versuchten das Problem mit der
Annahme zu lösen, dass es möglicherweise Holzräder gab, die längst verrottet
sein würden. Andere haben behauptet, dass riesige Steinräder mit ca. 3m Durchmesser
benutzt wurden. Warum finden wir diese Nutzung auf keinen Bildern und warum wurde diese so
wichtige technologische Errungenschaft nicht bei der Ankunft der Spanier vorgefunden.
War sie ausgestorben"?
Dies sind nur schwer nachzuvollziehende Argumente, die in wissenschaftlichen
Kreisen außerhalb der Kirche keine Bedeutung haben.
Fußnoten
1
Buch Mormon, Jarom 8
2 Buch Mormon, Alma
18:9-12, 3. Nephi:22
3 Welt Geschichte,
Von der Urzeit bis zur Gegenwart, S.369. Karl Müller Verlag.
4 Zeitalter der Menschheit,
Altes Amerika, S.10, 119 . TIME-LIFE International